Eine kon­stan­te Qua­li­tät von Back­wa­ren und ein stö­rungs­frei­er Ablauf der Pro­duk­ti­on sind wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen aller erfolg­rei­chen Bäcke­rei­en und indus­tri­el­len Back­be­trie­be. Um dies gewähr­leis­ten zu kön­nen, sind gleich­mä­ßi­ge Tei­ge eine wich­ti­ge Grund­la­ge. Der Tex­tu­re Ana­ly­ser von Sta­ble Micro Sys­tems eig­net sich her­vor­ra­gend zur Unter­su­chung von Teig­ei­gen­schaf­ten und gene­rell als Mate­ri­al­prüf­ma­schi­ne für Brot- und Backwaren.

Teig­ei­gen­schaf­ten wie Kleb­rig­keit und Fes­tig­keit wer­den durch eine Viel­zahl unter­schied­lichs­ter Fak­to­ren beeinflusst:

  • Schwan­ken­de Roh­stoff­ei­gen­schaf­ten bei den Getreidemahlerzeugnissen
  • Tem­pe­ra­tur und Men­ge der Zuschüttflüssigkeit
  • Genau­ig­keit beim Ver­wie­gen von Zutaten
  • Schwan­ken­de Zuga­be von Rest­teig (Rework)
  • Umge­bungs­feuch­te und Raumtemperatur
  • Kennt­nis­stand und Aus­bil­dung des Teigmachers
  • Ver­wen­de­tes Knet­sys­tem (Batch- und Kontikneter)
  • Teig­tem­pe­ra­tur

So spie­len nicht nur die Roh­stof­fe eine wich­ti­ge Rol­le, son­dern auch die Anwen­der und die ver­wen­de­te Knet­tech­nik. Um die­se Situa­ti­on zu ver­bes­sern und zu ver­ein­heit­li­chen, lie­fert das War­­bur­­ton-Kle­b­­ri­g­keits­­sys­­tem für den Tex­tu­re Ana­ly­ser eine schnel­le Mess­me­tho­de, die nach weni­gen Hand­grif­fen ver­läss­lich die Teig­fes­tig­keit sowie Teig­kleb­rig­keit anhand von Zah­len darstellt.

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Dazu wird direkt nach dem Knet­vor­gang ein 500 g oder 1000 g-Tei­g­­ling abge­wo­gen und in die Prüf­kam­mer gelegt. Durch das Fixie­ren des Teig­lings mit einer Hal­te­plat­te wird das Her­aus­zie­hen des Tei­ges ver­hin­dert. Nun wird die Mes­sung mit der Soft­ware Expo­nent gestartet.

Eine schma­le Metall­klin­ge fährt einen defi­nier­ten Weg in den Teig hin­ein und imi­tiert das Teig­tei­len in einer Kopf­ma­schi­ne oder das hand­werk­li­che Tei­len des Tei­ges mit­tels eines Teigscha­bers. Dabei nimmt die Soft­ware die benö­tig­te Kraft auf und bestimmt so die Teigfestigkeit.

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Anschlie­ßend fährt die Klin­ge wie­der her­aus, die Anhaft­kräf­te des Tei­ges wir­ken auf die Klin­ge und über die dabei benö­tig­te Kraft kann die Teig­kleb­rig­keit bestimmt wer­den. Zusätz­lich ist die Auf­nah­me der Teig­tem­pe­ra­tur mit­tels eines PT100 Ther­mo­me­ters oder manu­el­ler Ein­ga­be in der Soft­ware möglich.

Die Doku­men­ta­ti­on beinhal­tet Zeit­punkt der Mes­sung mit Teig­fes­tig­keit, die benö­tig­te Sche­rungs­en­er­gie, Teig­kleb­rig­keit und benö­tig­te Anhaft­ener­gie, das Ver­hält­nis bei­der Ener­gien (was die Kleb­rig­keit wie­der­spie­gelt), den Faden­zug des Tei­ges und die gemes­se­ne Teig­tem­pe­ra­tur. Die erlang­ten Ergeb­nis­se las­sen sich in Excel expor­tie­ren oder über ein LIM-Sys­­tem verarbeiten.

Der gro­ße Vor­teil die­ser Metho­de ist das schnel­le und ein­fa­che Ver­fah­ren; eine Teig­ma­ni­pu­la­ti­on durch das Umge­bungs­kli­ma, z. B. das Antrock­nen der Teig­ober­flä­che, wird vermieden.

In der fol­gen­den Abbil­dung und Tabel­le stel­len wir eine typi­sche Aus­wer­tung vor. Dazu wur­den Wei­zen­tei­ge im Labor­spi­ralkne­ter mit einer Teig­aus­beu­te (TA) von jeweils 157, 160 und 163 her­ge­stellt. Die Mess­me­tho­de mit dem War­­bur­­ton-Kle­b­­ri­g­keits­­sys­­tem und anschlie­ßen­de Aus­wer­tung mit der Soft­ware Expo­nent ergibt deut­li­che Unter­schie­de in der Teig­fes­tig­keit, ‑kleb­rig­keit sowie dem Fadenzug.

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Es lässt sich anhand der Teig­fes­tig­keit ein deut­li­cher Unter­schied der Tei­ge fest­stel­len. Auch die benö­tig­te Sche­rungs­en­er­gie sinkt signi­fi­kant, je höher die Teig­aus­beu­te ist. Die Teig­kleb­rig­keit ist bei allen drei Tei­gen eher ähn­lich. Wenn man die­se Ener­gien jedoch ins Ver­hält­nis setzt, sieht man gera­de bei Teig TA 157 einen Wert von unter 10 %, was auf einen nicht kleb­ri­gen Teig hin­deu­tet. Ein Wert von 12 % zeigt schon einen etwas kleb­ri­ge­ren Teig, was sich auch im Faden­zug wie­der­spie­gelt. Die Ver­hält­nis­zahl wür­de bei noch wei­che­ren Tei­gen auf 16 % und mehr anstei­gen, was auf einen sehr kleb­ri­gen Teig hindeutet.

Typi­sche Anwen­dun­gen des Tex­tu­re Ana­ly­ser mit dem War­bur­ton Kleb­rig­keits­sys­tem sind:

  • Qua­li­täts­kon­trol­len der Tei­ge an einer Produktionslinie
  • Anfah­ren neu­er Tech­nik­sys­te­me wie Kne­ter und Teigteiler
  • Wech­sel von Roh­stoff­kom­po­nen­ten in einer bestehen­den Rezeptur
Tabel­le 1: Unter­su­chung von 3 Wei­zen­tei­gen mit einer TA von 157, 160 und 163
Test ID Teig­fes­tig­keit Ener­gie Scherung Teig­kleb­rig­keit Ener­gie Klebrigkeit Ver­hält­nis Energie Tem­pe­ra­tur Faden­zug
g g.sec g g.sec Pro­zent °C mm
TA 157 3844 19173 -766 -1847 9,64 24,7 6,3
TA 160 3038 15367 -791 -1918 12,48 25,2 19,5
TA 163 2495 12684 -656 -1585 12,50 24,8 21,3

Fazit

Für eine objek­ti­ve und schnel­le Bewer­tung von Tei­gen ist der Tex­tu­re Ana­ly­ser mit dem War­­bur­­ton-Kle­b­­ri­g­keits­­sys­­tem eine gute Mög­lich­keit, um täg­li­che Qua­li­täts­kon­trol­len in der lau­fen­den Pro­duk­ti­on durch­zu­füh­ren. Schwan­kun­gen der Teig­fes­tig­keit und -kleb­rig­keit wer­den sicher erkannt und geben dem Teig­ma­cher die Mög­lich­keit, schnell ein­grei­fen zu kön­nen. Auch neue Rezep­tu­ren auf einer bestehen­den Pro­duk­ti­ons­li­nie las­sen sich so zeit­spa­rend rea­li­sie­ren. Zu guter Letzt las­sen sich neue Tech­nik­sys­te­me, ins­be­son­de­re Knet- und Teig­teil­ma­schi­nen opti­mie­ren und in ihrer Gleich­mä­ßig­keit überprüfen.

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