Wel­che Roh­stof­fe könn­ten künf­tig in Back­wa­ren ein­ge­setzt wer­den? Wel­che tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen gewin­nen an Bedeu­tung? Und wie kön­nen Betrie­be auf Her­aus­for­de­run­gen wie Fach­kräf­te­man­gel, stei­gen­de Ener­gie­kos­ten und ver­än­der­ten Erwar­tun­gen an Lebens­mit­tel reagieren?

Die­sen und wei­te­ren Fra­gen wid­me­te sich der Bak­ers’ Day 2026 am 10. und 11. Juni im ttz Bre­mer­ha­ven. Unter dem Mot­to „Infor­ma­tio­nen, Inno­va­tio­nen, Inspi­ra­tio­nen“ kamen Fach­leu­te aus For­schung, Lebens­mit­tel­in­dus­trie, Bäcke­rei­tech­no­lo­gie und Hand­werk zusammen.

WINO­PAL war als Part­ner der Ver­an­stal­tung vor Ort. Für uns sind Ver­an­stal­tun­gen wie der Bak­ers’ Day eine wich­ti­ge Gele­gen­heit, neue Tech­no­lo­gien aus nächs­ter Nähe ken­nen­zu­ler­nen, aktu­el­le For­schungs­an­sät­ze zu ver­fol­gen und mit Fach­leu­ten aus For­schung und Pra­xis ins Gespräch zu kommen.

In die­sem Rück­blick stel­len wir eini­ge der Vor­trä­ge und prak­ti­schen Ein­bli­cke vor, die wir selbst besucht haben und die uns beson­ders beschäf­tigt haben. Das Pro­gramm bot dar­über hin­aus zahl­rei­che wei­te­re The­men und Perspektiven.

Neue Per­spek­ti­ven auf Roh­stof­fe und Produktentwicklung

Ein Schwer­punkt der Ver­an­stal­tung lag auf der Fra­ge, wie sich Back­wa­ren durch ein bes­se­res Ver­ständ­nis ihrer Struk­tur, durch neue Roh­stof­fe und durch ange­pass­te Rezep­tu­ren wei­ter­ent­wi­ckeln lassen.

Wie stark die wahr­ge­nom­me­ne Qua­li­tät eines Bro­tes von sei­ner inne­ren Struk­tur abhängt, zeig­te Ain­hoa Ramos (ttz Bre­mer­ha­ven) in ihrem Vor­trag „Was macht die Qua­li­tät hel­ler Brot­kru­me aus? Mecha­nis­men ver­ste­hen, um Ver­brau­cher zu begeis­tern“. Eigen­schaf­ten wie Weich­heit, Elas­ti­zi­tät und eine gleich­mä­ßi­ge Poren­struk­tur prä­gen maß­geb­lich, wie frisch und hoch­wer­tig ein Brot wahr­ge­nom­men wird.

Die­se Eigen­schaf­ten ent­ste­hen durch ein kom­ple­xes Zusam­men­spiel aus Rezep­tur, Gär­be­din­gun­gen und Back­pro­zess. Dabei wer­den unter ande­rem die Gas­bil­dung, die Ent­wick­lung des Glu­ten­netz­werks, die Stär­ke­ver­kleis­te­rung und spä­te­re Ver­än­de­run­gen wäh­rend der Lage­rung beein­flusst. Für die Pro­dukt­ent­wick­lung ist es ent­schei­dend, die Zusam­men­hän­ge zwi­schen Ver­ar­bei­tung, inne­rer Struk­tur und sen­so­ri­scher Wahr­neh­mung zu verstehen.

Beson­ders inter­es­san­te Per­spek­ti­ven eröff­ne­ten die vor­ge­stell­ten Ansät­ze zur Nut­zung von Pil­zen und Pilz­my­zel: Pil­ze wer­den in der Lebens­mit­tel­ent­wick­lung häu­fig vor allem als alter­na­ti­ve Pro­te­in­quel­le betrach­tet. Dass sie dar­über hin­aus wei­te­re inter­es­san­te Ein­satz­mög­lich­kei­ten bie­ten, zeig­ten Bea­te Hajek und Lau­ra Kroo (ttz Bre­mer­ha­ven) in ihrem Vor­trag „Pil­ze neu gedacht: inno­va­ti­ver Roh­stoff auch für die Bäcke­rei?“.

Am ttz Bre­mer­ha­ven wird unter ande­rem unter­sucht, wie sich Koji-Fer­­men­­ta­­ti­on für Back­wa­ren nut­zen lässt. Wei­te­re For­schungs­an­sät­ze betref­fen myzel­ba­sier­te Mate­ria­li­en aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen und einen funk­tio­nel­len Eier­satz auf Basis von Pilzmyzel.

Über zukunfts­wei­sen­de Zuta­ten und nach­hal­ti­ge Roh­stoff­kon­zep­te ging es auch im Vor­trag „Sweet Baked Goods – Aktu­el­le Her­aus­for­de­run­gen & Trends“ von Jes­si­ca Wiertz und San­dra Ven­­ne­­mann-Top­p­­ka (Brenn­tag).

Aktu­el­le Anfor­de­run­gen wie vega­ne Rezep­tu­ren, pro­­te­in- oder bal­last­stoff­rei­che Pro­duk­te, weni­ger Zucker und Clean-Label-Kon­­­zep­­te ver­än­dern die Zusam­men­set­zung fei­ner Back­wa­ren. Damit kön­nen sich auch Back­vo­lu­men, Geruch, Tex­tur und Geschmack ver­än­dern. Gleich­zei­tig bleibt der Genuss für Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher ent­schei­dend. Anhand kon­kre­ter Pro­dukt­bei­spie­le zeig­ten die Refe­ren­tin­nen, mit wel­chen Roh­stof­fen und tech­no­lo­gi­schen Lösun­gen sich die­se unter­schied­li­chen Anfor­de­run­gen mit­ein­an­der ver­bin­den lassen.

Tech­nik als Ant­wort auf Fach­kräf­te­man­gel und Energiefragen

Neben Pro­dukt­ent­wick­lung und Qua­li­tät stan­den auch die betrieb­li­chen Her­aus­for­de­run­gen der Back­wa­ren­bran­che im Mittelpunkt.

Ein wie­der­keh­ren­des The­ma war der Fach­kräf­te­man­gel. Einen mög­li­chen Lösungs­an­satz stell­te Karl Heinz Hus­tings (MIWE) mit dem Vor­trag „Fri­sche ohne Nacht­schicht: Kli­ma­ge­steu­er­te Lage­rung als Ant­wort auf Fach­kräf­te­man­gel“ vor.

Die vor­ge­stell­te kli­ma­ge­steu­er­te Lage­rung soll es ermög­li­chen, Arbeits­schrit­te stär­ker aus der Nacht in den Tag zu ver­la­gern. Gleich­zei­tig sol­len Retou­ren redu­ziert, Öfen bes­ser aus­ge­las­tet und kurz­fris­ti­ge Nach­fra­ge­schwan­kun­gen fle­xi­bler auf­ge­fan­gen wer­den. Auch auf eine ener­gie­in­ten­si­ve Fros­tung kann bei bestimm­ten Anwen­dun­gen ver­zich­tet wer­den. Nach Anga­ben von MIWE las­sen sich klei­ne­re Pro­dukt­men­gen zudem bün­deln und dadurch ener­gie­ef­fi­zi­en­ter herstellen.

Eine wei­te­re tech­no­lo­gi­sche Per­spek­ti­ve eröff­ne­ten Magnus Rie­nä­cker (ttz Bre­mer­ha­ven) und Micha­el Kar­kos­ka (WACH­TEL). Sie stell­ten ein For­schungs­pro­jekt zur Behei­zung eines Stik­ken­ofens mit Was­ser­stoff vor.

Im Pro­jekt „Stik­ken­ofen H2+“ wird unter­sucht, wie ein sol­cher Ofen tech­nisch umge­setzt und sicher betrie­ben wer­den kann. Dabei geht es nicht nur dar­um, einen Brenn­stoff durch einen ande­ren zu erset­zen. Was­ser­stoff stellt beson­de­re Anfor­de­run­gen an Bren­ner­tech­nik, Rege­lung, Sicher­heit und die Ein­bin­dung in bestehen­de Ofensysteme.

Der was­ser­stoff­be­heiz­te Stik­ken­ofen wur­de im Tech­ni­kum des ttz Bre­mer­ha­ven auch prak­tisch demons­triert. Damit wur­de aus einem abs­trak­ten Ener­gie­the­ma eine unmit­tel­bar sicht­ba­re tech­no­lo­gi­sche Anwendung.

Zu den prak­ti­schen Ein­bli­cken gehör­te außer­dem eine Frit­teu­se mit drei sepa­rat steu­er­ba­ren Tem­pe­ra­tur­zo­nen. Bei klas­si­schen Frit­tier­pro­zes­sen wird ein Pro­dukt meist in einem weit­ge­hend ein­heit­li­chen Tem­pe­ra­tur­be­reich behan­delt. Meh­re­re Zonen ermög­li­chen es dage­gen, den ther­mi­schen Pro­zess abschnitts­wei­se anzu­pas­sen. Pha­sen wie Erwär­mung, Garung und Aus­bil­dung der Ober­flä­che kön­nen dadurch geziel­ter gesteu­ert werden

Pro­dukt­qua­li­tät objek­tiv erfassen

Wäh­rend der prak­ti­schen Vor­füh­run­gen im Tech­ni­kum stell­te WINO­PAL drei Ana­ly­se­ge­rä­te aus dem eige­nen Port­fo­lio vor:

Das C-Cell-Sys­­tem ist ein digi­ta­les Bild­ana­ly­se­sys­tem, mit dem sich bei­spiels­wei­se die inne­re Kru­men­struk­tur von Brot unter­su­chen lässt. Der Vol­Scan Pro­fi­ler erfasst unter ande­rem Volu­men, Kon­tur und Abmes­sun­gen eines Pro­duk­tes. Mit dem Tex­tu­re Ana­ly­ser las­sen sich mecha­ni­sche Eigen­schaf­ten wie Weich­heit, Elas­ti­zi­tät, Fes­tig­keit oder Bruch­ver­hal­ten objek­tiv prüfen.

Die drei Ver­fah­ren betrach­ten unter­schied­li­che Sei­ten der Pro­dukt­qua­li­tät. Gemein­sam kön­nen sie zei­gen, wie sich Ände­run­gen an Rezep­tur oder Pro­zess auf die äuße­re Form, die inne­re Struk­tur und die mecha­ni­schen Eigen­schaf­ten eines Pro­duk­tes auswirken.

Für WINO­PAL war die prak­ti­sche Vor­füh­rung beson­ders wert­voll. Sie mach­te sicht­bar, was unse­re täg­li­che Arbeit prägt: der fach­li­che Aus­tausch über kon­kre­te Anwen­dun­gen, neue Prüf­auf­ga­ben und das Poten­zi­al moder­ner Mess­ver­fah­ren für For­schung, Pro­dukt­ent­wick­lung und Qualitätssicherung.

Zwei Tage, die neue Ver­bin­dun­gen geschaf­fen haben

Der Bak­ers’ Day 2026 war für WINO­PAL weit mehr als eine klas­si­sche Fach­ver­an­stal­tung. Die Kom­bi­na­ti­on aus wis­sen­schaft­li­chen Vor­trä­gen, prak­ti­schen Demons­tra­tio­nen und per­sön­li­chen Gesprä­chen ermög­lich­te einen umfas­sen­den Blick auf die The­men, die die Back- und Lebens­mit­tel­bran­che aktu­ell bewegen.

Unse­re Betei­li­gung als Part­ner und im prak­ti­schen Teil der Ver­an­stal­tung ist Aus­druck unse­res kon­ti­nu­ier­li­chen Enga­ge­ments für neue Tech­no­lo­gien. Denn fach­li­che Nähe bedeu­tet für uns nicht nur, geeig­ne­te Ana­ly­se­ge­rä­te bereit­zu­stel­len. Sie bedeu­tet auch, tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen früh­zei­tig zu ver­fol­gen, neue Anwen­dungs­fel­der zu ver­ste­hen und mit den Men­schen im Aus­tausch zu blei­ben, die Pro­duk­te ent­wi­ckeln, Pro­zes­se gestal­ten und Qua­li­tät sichern.

Nur durch die­sen kon­ti­nu­ier­li­chen Aus­tausch kön­nen wir unse­re Kun­din­nen und Kun­den fun­diert bera­ten und Lösun­gen ent­wi­ckeln, die zu ihren tat­säch­li­chen Anfor­de­run­gen passen.

Wir bedan­ken uns beim ttz Bre­mer­ha­ven, bei allen Refe­rie­ren­den, Part­nern und Teil­neh­men­den für zwei inspi­rie­ren­de Tage, vie­le offe­ne Gesprä­che und zahl­rei­che neue Impulse.

Sie möch­ten Pro­duk­tei­gen­schaf­ten objek­tiv unter­su­chen?
Ob Tex­tur, Volu­men, Kru­men­struk­tur oder Ver­än­de­run­gen wäh­rend der Lage­rung: WINO­PAL unter­stützt Sie bei der Aus­wahl geeig­ne­ter Ana­ly­se­ver­fah­ren und bei der Ent­wick­lung pas­sen­der Prüf­me­tho­den.
Spre­chen Sie mit uns über Ihre kon­kre­te Anwen­dung und die Eigen­schaf­ten, die Sie zuver­läs­sig erfas­sen möchten.

Rele­van­te Produkte:

  • C-Cell von Calib­re ist ein leis­tungs­star­kes digi­ta­les Ima­­ging-Sys­­tem zur prä­zi­sen Farb-, Krus­­ten- und Kru­men­ana­ly­se von Brot, Back- und Snack­wa­ren, das über 48 Qua­li­täts­merk­ma­le auto­ma­tisch erfasst und so die Pro­dukt­op­ti­mie­rung im gesam­ten Her­stel­lungs­pro­zess ermöglicht. 
  • Die glei­chen Abmes­sun­gen wie der TA.XTplusC, aber dop­pelt so viel Kraft­ka­pa­zi­tät - für Anwen­dun­gen mit bis zu 100 Kilo­gramm (1 kN). 
  • Der Vol­Scan Pro­fi­ler ist ein prä­zi­ser, laser­ba­sier­ter Tisch­scan­ner zur schnel­len Bestim­mung von Volu­men, Dich­te und Dimen­si­ons­pro­fi­len fes­ter Pro­duk­te. Er lie­fert zuver­läs­si­ge, repro­du­zier­ba­re Mess­ergeb­nis­se und opti­miert Qua­li­täts­kon­trol­le und Produktentwicklung.