Die ent­schei­den­de Rol­le der Tex­tur von Fleischalternativen

Der deut­sche Markt für alter­na­ti­ve Pro­te­in­pro­duk­te wächst seit Jah­ren deut­lich. Allein 2023 stieg die in Deutsch­land pro­du­zier­te Men­ge an Flei­scher­satz um 16,6 % gegen­über dem Vor­jahr auf rund 121.600 Ton­nen – mehr als dop­pelt so viel wie noch 2019 (Quel­le: Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt).

Trotz die­ses Wachs­tums begeg­nen vie­le Ver­brau­cher pflanz­li­chen Alter­na­ti­ven wei­ter­hin mit Skep­sis. Häu­fig fehlt es den Pro­duk­ten an einer über­zeu­gen­den Tex­tur, und auch der Geschmack bleibt nicht sel­ten hin­ter den Erwar­tun­gen zurück. In der Pra­xis zeigt sich: Ein Pro­dukt wird nur dann akzep­tiert, wenn neben dem Geschmack vor allem die Kon­sis­tenz beim Essen stimmt. Tex­tur und Mund­ge­fühl ent­wi­ckeln sich damit zu zen­tra­len Kri­te­ri­en für Akzep­tanz, Wie­der­kauf und Markt­er­folg alter­na­ti­ver Proteine.

Tex­tur ist mess­bar – Instru­men­tel­le Texturanalyse

a/ce käse-dehnbarkeitsmessvorrichtung zur untersuchung von geschmolzenem käse

Die sen­so­ri­sche Beur­tei­lung von Lebens­mit­teln durch geschul­te Panels ist unver­zicht­bar, lie­fert jedoch sub­jek­ti­ve Ergeb­nis­se und ist nur ein­ge­schränkt repro­du­zier­bar. Indi­vi­du­el­le Wahr­neh­mung, Erfah­rung und Kon­text beein­flus­sen die Bewer­tung, was Ver­glei­che zwi­schen Pro­duk­ten erschwert.

Um die­se Gren­zen aus­zu­glei­chen, wer­den sen­so­ri­sche Prü­fun­gen zuneh­mend durch instru­men­tel­le Mess­ver­fah­ren ergänzt. Tex­­­tur-Eigen­­schaf­­ten las­sen sich damit objek­tiv erfas­sen, quan­ti­fi­zie­ren und ver­glei­chen. Vor­aus­set­zung ist, dass die gemes­se­nen phy­si­ka­li­schen Grö­ßen mit dem mensch­li­chen Emp­fin­den korrelieren.

Ein eta­blier­tes Ver­fah­ren ist zum Bei­spiel die Tex­­­tur­­pro­­fil-Ana­­ly­­se (TPA). Dabei wird eine Pro­be zwei­mal mit einem gro­ßen Stem­pel kom­pri­miert. Aus dem Kraft-Zeit-Ver­­lauf las­sen sich mecha­ni­sche Eigen­schaf­ten wie Här­te, Elas­ti­zi­tät oder Zusam­men­halt ablei­ten, die bekann­ten sen­so­ri­schen Ein­drü­cken entsprechen.

Ein zen­tra­les Werk­zeug für die Mes­sung von Tex­tur ist der Tex­tu­re Ana­ly­zer. Er übt unter defi­nier­ten Bedin­gun­gen mecha­ni­sche Belas­tun­gen auf eine Pro­be aus und misst deren Ver­hal­ten. Eine Über­sicht zu ver­schie­de­nen Mess­prin­zi­pi­en und Anwen­dungs­bei­spie­len des Tex­tu­re Ana­ly­sers fin­den Sie im Arti­kel „Sen­so­ri­sche Tex­tur­ana­ly­se und Ver­gleich von Fleisch- und Flei­scher­satz­pro­duk­ten“.

winopal kachel texture analyser

Zuneh­mend gelingt es, selbst sub­jek­ti­ve sen­so­ri­sche Beschrei­bun­gen wie „tro­cken“, „meh­lig“ oder „gum­mi­ar­tig“ auf phy­si­ka­li­sche Eigen­schaf­ten zurück­zu­füh­ren. Tex­tur wird damit von einer sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mung zu einer mess­ba­ren und ver­gleich­ba­ren Grö­ße, und damit auch gezielt nutz­bar für For­schung und Entwicklung.

Vor­tei­le der Tex­tur­ana­ly­se in der Produktentwicklung

Dar­über hin­aus macht instru­men­tel­le Tex­tur­ana­ly­se die Pro­dukt­ent­wick­lung ska­lier­bar und wirt­schaft­lich plan­bar. Repro­du­zier­ba­re Tex­tur­pa­ra­me­ter schaf­fen die Vor­aus­set­zung, um Rezep­tu­ren zuver­läs­sig vom Labor in die Serie zu über­füh­ren. Objek­ti­ve Mess­wer­te erset­zen sub­jek­ti­ve Ein­schät­zun­gen, ver­kür­zen Ent­wick­lungs­zy­klen und redu­zie­ren kost­spie­li­ge Ite­ra­tio­nen. In der Pro­duk­ti­on ermög­licht Tex­tur­mes­sung eine früh­zei­ti­ge Abwei­chungs­er­ken­nung, sta­bi­le­re Pro­zes­se und gerin­ge­re Aus­­­schuss- und Rekla­ma­ti­ons­quo­ten – ein kla­rer wirt­schaft­li­cher Vor­teil bei wach­sen­dem Produktionsvolumen.

Tex­tur als stra­te­gi­sches Werk­zeug für Markterfolg

Ins­ge­samt wird die Tex­tur­mes­sung damit zu einem inte­gra­len Bestand­teil der Qua­li­täts­si­che­rung und Pro­dukt­op­ti­mie­rung in der alter­na­ti­ven Pro­te­in­in­dus­trie. Sie dient als Steue­rungs­grö­ße, um Pro­duk­te gezielt auf Kon­sis­tenz zu trim­men, Pro­zes­se zu sta­bi­li­sie­ren und ein repro­du­zier­ba­res Mund­ge­fühl zu gewährleisten.

Dar­über hin­aus ist Tex­tur ein bewuss­tes Pro­dukt­ver­spre­chen. Sie prägt, wie ein Pro­dukt wahr­ge­nom­men wird – ob als mög­lichst fleisch­ähn­li­che Alter­na­ti­ve oder als eigen­stän­di­ges pflanz­li­ches Pro­dukt mit kla­rer sen­so­ri­scher Iden­ti­tät. Tex­tur wird damit zu einer stra­te­gi­schen Posi­tio­nie­rungs­ent­schei­dung an der Schnitt­stel­le von Tech­no­lo­gie, Sen­so­rik und Markt.

Mit zuneh­men­der Markt­rei­fe alter­na­ti­ver Pro­te­in­pro­duk­te stei­gen die Anfor­de­run­gen an Kon­sis­tenz, Qua­li­tät und Wie­der­erkenn­bar­keit. Tex­tur wird dabei zum ent­schei­den­den Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­mal. Die Kom­bi­na­ti­on aus sen­so­ri­schem Ver­ständ­nis und instru­men­tel­ler Tex­tur­ana­ly­se ermög­licht es, die­se Anfor­de­run­gen gezielt umzu­set­zen. Wer Tex­tur ver­steht, objek­tiv erfasst und stra­te­gisch ein­setzt, schafft Pro­duk­te, die über­zeu­gen und sichert sich damit einen kla­ren tech­no­lo­gi­schen und wirt­schaft­li­chen Wettbewerbsvorteil.

WINO­PAL unter­stützt Unter­neh­men und For­schungs­ein­rich­tun­gen dabei, Tex­tur nicht nur zu mes­sen, son­dern als stra­te­gisch nutz­ba­re Grö­ße zu ver­ste­hen und gezielt ein­zu­set­zen.
Kon­tak­tie­ren Sie uns – wir bera­ten Sie ger­ne und fin­den gemein­sam die pas­sen­de Lösung für Ihren Anwendungsfall!

Rele­van­te Produkte: