Honig steht wie kaum ein ande­res Lebens­mit­tel für Tra­di­ti­on und Viel­falt. Beschrei­bun­gen wie cre­mig, kör­nig oder blu­mig prä­gen unse­re Wahr­neh­mung und sind tief in hand­werk­li­cher Erfah­rung und sen­so­ri­schem Urteil ver­an­kert. Gleich­zei­tig stei­gen in der indus­tri­el­len Ver­ar­bei­tung und Ent­wick­lung die Anfor­de­run­gen an Qua­li­täts­si­che­rung, Ver­gleich­bar­keit und Nach­weis­bar­keit.

Moder­ne elek­tro­ni­sche Sen­so­rik setzt genau hier an: Sie über­setzt Tex­tur, Far­be, Geruch und Geschmack in objek­ti­ve, repro­du­zier­ba­re Mess­da­ten. Im Vor­feld der Fach­ta­gung „Honig und Honig­tech­no­lo­gie VI“ im Febru­ar 2026, auf der Dipl.-Ing Jens Han­ni­bal von WINO­PAL als Refe­rent auf­tritt, möch­ten wir einen kom­pak­ten Ein­blick in die­se Mess­an­sät­ze geben und zei­gen, wie Tech­nik dazu bei­tra­gen kann, die sen­so­ri­sche Kom­ple­xi­tät von Honig bes­ser zu ver­ste­hen.

Tex­tur­ana­ly­se von Honig: Kon­sis­tenz, Vis­ko­si­tät und Kristallisation

a/be - viskositätsmessung von honig mit der rückextrusionszelle für den texture analyser

Honig weist eine enor­me Band­brei­te an Tex­tu­ren auf: je nach Her­kunft, Was­ser­ge­halt, Tem­pe­ra­tur und Kris­tal­li­sa­ti­ons­grad kann er z.B. zäh­flüs­sig, cre­mig oder grob­kör­nig sein. Sol­che sen­so­ri­schen Ein­drü­cke wie „cre­mig“ vs. „kör­nig“ oder „weich“ vs. „fest“ las­sen sich mit­hil­fe instru­men­tel­ler Tex­tur­ana­ly­se quantifizieren.

Der Tex­tu­re Ana­ly­ser über­setzt tak­ti­le Ein­drü­cke in phy­si­ka­li­sche Mess­grö­ßen. Eine Mess­vor­rich­tung wie die Rück­ex­tru­si­ons­zel­le kann Vis­ko­sität und Fließver­hal­ten von Honig bestim­men, indem die Kraft gemes­sen wird, die erfor­der­lich ist, um den Honig durch eine defi­nier­te Öff­nung zu extru­die­ren. Aus dem resul­tie­ren­den Kraft-Weg-Ver­­lauf ergibt sich ein objek­ti­ves Kon­sis­tenz­pro­fil, wel­ches Eigen­schaf­ten wie Streich­fä­hig­keit oder Elas­ti­zi­tät beschreibt.

Far­be, Struk­tur und opti­sche Ana­ly­se von Honig

Die visu­el­len Eigen­schaf­ten von Honig (Far­be, Trans­pa­renz, sicht­ba­re Struk­tur) sind ent­schei­den­de Qua­li­täts­merk­ma­le – das Aus­se­hen kann von fast was­ser­hell bis dun­kel­braun variieren.

Mit digi­ta­ler Farb­mes­sung lässt sich die­ser Farb­ein­druck objek­tiv in stan­dar­di­sier­te Wer­te (etwa im Lab-Far­b­raum) über­füh­ren. Das elek­tro­ni­sches Auge IRIS ermög­licht unter repro­du­zier­ba­ren Licht­be­din­gun­gen die genaue Bestim­mung von Farb­wer­ten und die Ana­ly­se der Ober­flä­che. Das Sys­tem beleuch­tet die Pro­be stan­dar­di­siert und erfasst For­men und Far­ben meh­re­rer Pro­ben gleich­zei­tig, wäh­rend die Soft­ware z. B. Antei­le am Farb­spek­trum oder die Ver­tei­lung von Farb­un­ter­schie­den ana­ly­siert. So las­sen sich Homo­ge­ni­tät, Trü­bung und Kris­tal­li­sa­ti­ons­grad zuver­läs­sig bewerten.

Elek­tro­ni­sche Geruchs­ana­ly­se von Honig: Aro­ma­pro­fi­le objek­tiv erfassen

Honig ent­hält Hun­der­te flüch­ti­ge Aro­ma­stof­fe, die sein Duft­pro­fil aus­ma­chen – von blu­mig über wür­zig bis malzig.

Die elek­tro­ni­sche Nase HERA­CLES Neo kann die­se Stof­fe inner­halb weni­ger Sekun­den mit­tels gaschro­ma­to­gra­phi­scher Ana­ly­se erfas­sen, aro­ma­re­le­van­te Mole­kü­le iden­ti­fi­zie­ren und so ein cha­rak­te­ris­ti­sches Geruchs­pro­fil erstel­len. Die ange­schlos­se­ne Daten­bank ord­net den detek­tier­ten Sub­stan­zen ihre jewei­li­gen sen­so­ri­schen Attri­bu­te (z.B. blu­mig oder har­zig) zu. Auf die­se Wei­se las­sen sich sogar Honi­ge unter­schied­li­cher Tracht oder geo­gra­fi­scher Her­kunft anhand objek­ti­ver Mess­wer­te unter­schei­den. Eben­so kön­nen Fehl­no­ten früh­zei­tig erkannt wer­den – etwa gäri­ge Off-Fla­­vor-Kom­­po­­nen­­ten bei unsach­ge­mä­ßer Lagerung.

Objek­ti­ve Geschmacks­ana­ly­se von Honig

Honig zeich­net sich durch ein kom­ple­xes Geschmacks­pro­fil aus. Er ist haupt­säch­lich süß, ein­zel­ne Sor­ten zeich­nen sich aber durch vari­ie­ren­de Säu­­re- und Bit­ter­an­tei­le sowie aro­ma­ti­sche Nuan­cen aus.

Die elek­tro­ni­sche Zun­ge ASTREE macht Geschmack objek­tiv mess­bar, indem sie alle geschmacks­re­le­van­ten Kom­po­nen­ten einer gelös­ten Honig­pro­be zu einem glo­ba­len Geschmacks­pro­fil zusam­men­führt. So las­sen sich Honi­ge hin­sicht­lich Süße, Säu­­re-Bit­­ter­­no­­ten-Ver­­häl­t­­nis und Balan­ce ver­glei­chen. Selbst sub­ti­le Unter­schie­de zwi­schen Char­gen oder Jahr­gän­gen kön­nen instru­men­tell erfasst wer­den. In der Pra­xis kön­nen so bei­spiels­wei­se Aus­wir­kun­gen von Pro­zess­än­de­run­gen oder Zusät­zen (wie Aro­ma­stof­fen) auf das Geschmacks­mus­ter über­prüft werden.

Fazit: Sen­so­ri­sche Ana­ly­tik und Qua­li­tät in der moder­nen Honigtechnologie

Ob Tex­tur, Far­be, Aro­ma oder Geschmack – moder­ne sen­so­ri­sche Ana­ly­tik ermög­licht es, die kom­ple­xen Eigen­schaf­ten von Honig objek­tiv, repro­du­zier­bar und sys­te­ma­tisch zu erfas­sen. Elek­tro­ni­sche Sen­so­rik ergänzt dabei die mensch­li­che Wahr­neh­mung um belast­ba­re Mess­da­ten, die Qua­li­täts­si­che­rung, For­schung und Pro­dukt­ent­wick­lung nach­hal­tig unterstützen.

WINO­PAL ver­steht sich als Tech­­no­­lo­­gie- und Bera­tungs­part­ner für sen­so­ri­sche und tex­tur­be­zo­ge­ne Ana­ly­sen kom­ple­xer Lebens­mit­tel. Man­che die­ser The­men wer­den wir auch auf der Fach­ta­gung „Honig und Honig­tech­no­lo­gie VI“ im Febru­ar 2026 mit Ein­bli­cken aus der Pra­xis ver­tie­fen – viel­leicht sehen wir uns dort!

Wenn Sie in der Lebens­­­mi­t­­tel- oder Honig­tech­no­lo­gie tätig sind und sen­so­ri­sche Eigen­schaf­ten nicht nur beschrei­ben, son­dern fun­diert mes­sen und ver­glei­chen möch­ten, spre­chen Sie uns gern an – wir unter­stüt­zen Sie ger­ne bei der Aus­wahl und Umset­zung pas­sen­der Analyselösungen.

Rele­van­te Produkte:

  • Das Flagg­schiff unter den Tex­tu­re Ana­ly­sern von Sta­ble Micro Sys­tems ist eine fle­xi­ble und zuver­läs­si­ge Uni­ver­sal­prüf­ma­schi­ne für den Labor­tisch. Sie über­zeugt durch ihre Viel­sei­tig­keit, Prä­zi­si­on und die naht­lo­se Inte­gra­ti­on exter­ner Sys­te­me für umfas­sen­de Analyseanwendungen. 
  • Der HERA­CLES Neo ermög­licht eine schnel­le und objek­ti­ve Geruchs­ana­ly­se durch die Kom­bi­na­ti­on aus Flash-Gaschro­­ma­­to­­gra­­phie und elek­tro­ni­scher Nase. In nur weni­gen Sekun­den lie­fert das Sys­tem prä­zi­se Infor­ma­tio­nen über die che­mi­sche Zusam­men­set­zung und den olfak­to­ri­schen Fin­ger­ab­druck einer Probe 
  • Die elek­tro­ni­sche Zun­ge ASTREE von Alpha MOS ermög­licht repro­du­zier­ba­re, auto­ma­ti­sier­te Ana­ly­sen voll­stän­di­ger Geschmacks­pro­fi­le in nur weni­gen Minu­ten. Sie lie­fert prä­zi­se, objek­ti­ve Ergeb­nis­se mit einer Emp­find­lich­keit auf dem Niveau des mensch­li­chen Geschmacks­sinns.
  • Das Kame­ra­sys­tem IRIS ermög­licht die objek­ti­ve Ana­ly­se von Far­ben und For­men unter repro­du­zier­ba­ren Lichtbedingungen. 
  • Vor­rich­tung zur Unter­su­chung der Vis­ko­si­tät von pas­tö­sen bis flüs­si­gen Pro­ben mit dem Tex­tu­re Analyser.